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Gräberfelder für muslimische Bestattungen werden am 31. 8.2018 geweiht

In der Lilienthalstraße 7 werden am Freitag, 31. August 2018 um 16 Uhr zusätzliche Gräberfelder für muslimische Bestattungen eingeweiht. Treffpunkt ist der Eingang in der Lilienthalstraße, am günstigsten erreichbar vom U-Bahnhof Südstern aus (U 7).

Die Neuköllner Bürgerplattform hatte schon im Jahr 2014 begonnen, Druck auf die Bezirksverwaltung auszuüben: Natürlich konnten auch Muslime auf den bezirklichen Friedhöfen beigesetzt werden, doch für Bestattungen nach muslimischen religiösen Vorgaben gibt es de facto keine andere Möglichkeit als den Städtischen Friedhof in Gatow. Das bedeutet von Neukölln aus 1,5 Stunden Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln - gerade älteren Angehörigen ist das nicht zuzumuten.

Friedhofsgelände Juli 2017Allein in Neukölln leben 60.000 Muslime, berlinweit sind es ca. 250.000. Das Fehlen innerstädtischer Möglichkeiten für muslimische Bestattungen wird zunehmend zum Problem.
Deswegen haben wir uns des Themas in der Bürgerplattform WIN angenommen.

Zunächst war ein Gelände auf dem nicht mehr benötigten Alten St. Jacobi-Friedhof an der Hermannstraße im Gespräch. Die Bodenbeschaffenheit erwies sich jedoch als ungeeignet. Schließlich einigten wir uns auf das Gelände des Friedhofs in der Lilienthalstraße. Eigentlich sollte dieser Friedhof in eine Grünfläche umgewandelt werden. Doch die Nutzung als Friedhofsfläche für muslimische Bestattungen ist dort wesentlich leichter und weniger kostenintensiv bereitstellbar als an anderen Standorten. Deswegen stimmte die Neuköllner Bezirksverwaltung im August vergangenen Jahres der Nutzungsänderung dieser geplanten Grünfläche zu.

Auf dem Gelände befinden sich außerdem Kriegsgräber und andere Grabstellen. Auch christliche Bestattungen sind dort weiterhin möglich für Angehörige der dort bereits Bestatteten.

Die Toten dort zu beerdigen, wo die Familie lebt und die Gräber besuchbar zu machen, ist ein wichtiges Zeichen der Integration und ermöglicht Musliminnen und Muslimen in Neukölln und Berlin, hier Wurzeln zu schlagen.

Wir hoffen, dass diesem Neuköllner Beispiel viele andere Berliner Bezirke folgen werden.

 

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